Motto 2015

„Willkommen in Deutschland!“


Momentan kommen viele Familien zu uns nach Deutschland. Männer und Frauen mit ihren Kindern, die so verzweifelt sind, dass sie einen gefährlichen Weg ins Ungewisse von über 3.000 km auf sich nehmen, um in Sicherheit zu sein.


Wer von uns würde sich einen Rucksack mit seinen Habseligkeiten auf den Rücken schnallen, sein Baby auf den Arm nehmen und losgehen?


Wir würden das genauso  machen, wenn wir Angst um das Leben unseres Kindes hätten.


Menschen kommen nach Deutschland, weil sie hier nicht um ihr Leben fürchten müssen. Sie werden lange hier bleiben und Deutschland zu ihrer Heimat machen. Die Kinder, die jetzt zu uns kommen, werden hier zur Schule gehen, eine Lehre machen, studieren und in unserem Land arbeiten. Sie werden Spielkameraden, beste Freunde, Klassenkameraden und später auch Kollegen unserer Kinder sein.


Damit das funktionieren kann, müssen wir den Menschen die Chance geben, sich zu integrieren. Wir müssen uns Zeit nehmen - Zeit nehmen, um mit den Menschen Deutsch zu lernen. Deutsch ist die Sprache, in der wir uns mit den Menschen unterhalten möchten, die aus ihrer gewohnten Umgebung flüchten mussten. Die Sprache ist der Schlüssel zum gemeinsamen leben in Deutschland.


 Die Geschichte von Sankt Martin fand 1700 Jahren statt. "Wir müssen heute keinen Mantel mehr teilen. Das würde zu Hause Ärger geben. Heutzutage erfriert keiner mehr." Das waren meine -etwas scherzhaften - Worte in den letzten Jahren, wenn ich die Geschichte den Kindern in unseren Kindergärten und Schulen erzählte. Wenn ich die Bilder in den Nachrichten sehe, wo Eltern mit ihren Kindern zwei Tage an den Grenzen stehen und warten, bis sie weiterziehen können, möchte ich gar nicht zwei Monate weiter denken. Wenn sich in Europa nichts ändert, werden Menschen erfrieren, denen eine Mantelhälfte die lebensnotwendige Wärme geben könnte.


Ich werde in diesem Jahr meine Geschichte anders erzählen.


 Daniel Klein


St. Martin in Duisdorf

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